Biografie
Secondo Püschel wurde am 10. Juli 1931 in Zürich geboren. Sein Vater Bruno Püschel-Frenzer war Bildhauer, seine Mutter Alice Anna stammte wie er aus Deutschland. Die drei Kinder der Familie erhielten die ungewöhnlichen Namen Primo, Secondo und Terza. 1950 gründeten Vater und Sohn zusammen mit anderen Kunstschaffenden die Künstlerkolonie an der Südstrasse 81 in Zürich. Beim Umbau der ehemaligen Scheunen zu Ateliers arbeitete auch Secondo tatkräftig mit. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1997.
Von 1948 bis 1951 besuchte Secondo Püschel die Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich. Zu seinen prägenden Lehrern gehörten Otto Morach und Ernst Georg Rüegg. Nach Abschluss seiner Ausbildung entschied er sich bewusst für den Weg als freischaffender Künstler. Studienreisen und zahlreiche Aufenthalte im In- und Ausland erweiterten seinen Blick und bestärkten ihn in seinem künstlerischen Weg.
Schon früh suchte er nach einer eigenen Bildsprache. Ausgehend von gegenständlichen Arbeiten entwickelte er sich Schritt für Schritt zu einer ungegenständlichen Malerei, in der Farbe, Raum und Bewegung immer mehr an Bedeutung gewannen. Mit dieser konsequenten Entwicklung schuf er ein Werk, das innerhalb der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts eine eigenständige Stellung einnimmt.
Neben der Malerei prägte eine zweite grosse Leidenschaft sein Leben: die Astronomie. Schon früh begann Secondo Püschel den Sternenhimmel zu beobachten und baute sich später ein eigenes Fernrohr.
Die Faszination für den Makrokosmos und die unendliche Weite des Universums wurde zu einer zentralen Quelle seiner künstlerischen Inspiration. Ihn interessierten nicht astronomische Fakten an sich, sondern die Ordnungen, Bewegungen und Kräfte, die den Kosmos bestimmen. Aus diesen Beobachtungen entwickelte sich eine Bildwelt, in der Raum, Farbe und Bewegung zu einer neuen malerischen Wirklichkeit verschmolzen. Der Mikrokosmos war für ihn eine ergänzende Perspektive auf dieselben verborgenen Gesetzmässigkeiten der Natur.
Seine Malerei verstand sich nie als wissenschaftliche Illustration. Vielmehr verwandelte sie Beobachtungen und Erkenntnisse in eigenständige Bildräume von grosser Ausdruckskraft.